Werksatträte Deutschland e.V. bei den Berliner Gesprächen der BAG WfbM

Unter dem Motto „Die Werkstattleistung der Zukunft“ trafen sich vom 31.08. bis 01.09.2021 ca. 150 Werkstattverantwortliche zu den Berliner Gesprächen in Berlin, um sich unter anderem zu den Themen Entgelt, Mitbestimmung und Bildung intensiv auszutauschen.
Frau Kristina Schulz und Herr Johannes Herbetz vertraten die Meinung von Beschäftigten in unterschiedlichen Workshops.
Im Workshop „Mitbestimmung“ wurde deutlich, dass die aktive Einbindung von Werkstatträte nicht nur eine lästige Pflicht ist, sondern eine große Chance bedeuten kann. „Der Austausch mit dem Werkstattrat spart mir teure Unternehmensberatung“ sagte beispielsweise einer der Teilnehmenden.
Im Rahmen einer politischen Podiumsdiskussion mit den behindertenpolitischen Vertreterinnen und Vertretern von SPD, CDU, GRÜNEN und FDP gab Frau Schulz den Beschäftigten eine Stimme. Sie unterstrich, dass sich Werkstätten verändern müssen, jedoch auch nicht abgeschafft werden sollten. „Jeder sollte die freie Wahl haben, wo und wie er arbeiten möchte“. Dies können auch Werkstätten sein. Während sich FDP und CDU deutlich zu den Werkstätten bekennen, forderten SPD stärkere Inklusionsbemühungen und die GRÜNEN sahen keine langfristige Perspektive mehr für das Konzept Werkstatt.

Zu sehen ist Fr. Schulz von Werkstatträte Deutschland auf dem Podium zusammen mit Hr. Berg vom Vorstand der BAG WfbM, Hr. Beeck von der FDP und dem Moderator Hr. Eckert.

Weiter machte Kristina Schulz deutlich, dass das aktuelle Entgelt in Werkstätten deutlich zu gering ist und Beschäftigte sich hier eine schnelle und auskömmliche Lösung wünschen. Das Basisgeld ist der Vorschlag von Werkstatträte Deutschland hierzu. Allgemeine Skepsis herrscht darüber, ob in der nächsten Wahlperiode die Entgeltsituation zufriedenstellend und verbindlich gelöst werden wird.
Bei der Frage der Digitalisierung in Werkstätten wies Frau Schulz auf die desolate Situation zum Anfang der Coronakrise hin. Werkstatträte waren abgeschnitten von jeglicher Kommunikation und wurden an wichtigen Mitbestimmungsprozessen mangels technischer Ausstattung nicht beteiligt. Wichtig bei der Digitalisierung in der Zukunft ist nicht nur die Anschaffung von Computern, sondern auch die permanente Schulung und Unterstützung für die Benutzung!